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Aortenklappenstenose



Abb. 12: Verengung der Körperschlagaderklappe mit nachfolgender Gefäßerweiterung

Bezeichnung: Verengung der Körperschlagaderklappe (Kürzel: AS)

Beschreibung: Bei der Aortenklappenstenose liegt eine Verklebung zweier oder aller drei Klappensegel vor, wodurch diese sich nicht richtig öffnen können. Das Spektrum reicht dabei von einer gering verengten, zweiteiligen Aortenklappe bis zur hochgradigen kritischen Aortenstenose des Neugeborenen.

Krankheitszeichen: Herzgeräusch. In der Säuglingszeit Zeichen der Herzschwäche. Sonst verminderte Belastbarkeit, Herzrhythmusstörungen, Brustschmerzen unter Belastung, Kreislaufkollaps.

Therapie: Eine Behandlung erfolgt bei Vorliegen von Beschwerden bzw. bei einem Spitzendruckgradienten von 70 mmHg in Ruhe oder einer Aortenklappenöffnungsfläche von 0,5 bis 0,7 mm2. Bei Kindern und Jugendlichen wird zunächst meist eine Vergrößerung der Klappenöffnung unter Erhalt der Herzklappe versucht. Dies kann entweder mit einer Ballondilatation im Rahmen eines Herzkathetereingriffes oder offen chirurgisch unter direkter Sicht mit ggf. einer Rekonstruktion der Herzklappe erfolgen. Später ist dann häufig der Ersatz der Herzklappe notwendig. Als Ersatzklappen kommen künstliche Herzklappen, menschliche Klappentransplanate, Bioklappen aus tierischem Herzbeutelgewebe oder die patienteneigene Lungenschlagaderklappe (= Ross-Operation) infrage. Bei der letztgenannten Operation wird die dann fehlende Lungenschlagaderklappe durch eine Herzklappenprothese ersetzt. Vorteil dieser aufwendigen Operation ist eine gewisse Wachstumstendenz der Aortenklappe sowie der Verzicht auf eine lebenslange Antikoagulation.

Neugeborene mit einer kritischen Verengung der Körperschlagader können eine sehr kleine linke Herzkammer haben, so dass nach der Geburt nicht klar ist, ob diese jemals ihre normale Funktion erlangen wird. Es besteht hier also ein Grenzbefund zum Hypoplastischen Linksherzsyndrom. Um einer solch kleinen und meist funktionsgestörten linken Herzkammer Zeit zur Erholung zu geben, ist gelegentlich die Durchführung der sogenannten Giessen-Prozedur zu empfehlen.

Bei Erwachsenen ist in Einzelfällen heute schon ein interventioneller Aortenklappenersatz ohne Operation oder als Hybrid-Eingriff durchführbar. In der Zukunft werden „gezüchtete" und „mitwachsende" Herzklappen zur Verfügung stehen.

Langzeitprognose: Gut. Nach der Operation ist mit einer guten körperlichen Belastbarkeit und wenig beeinträchtigten Lebensführung zu rechnen. Nachteilig bei mechanischen Herzklappen ist die lebenslang notwendige Blutverdünnung und bei den anderen Ersatzverfahren die, wahrscheinlich im Laufe des Lebens, notwendigen Folgeoperationen.

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